Die Produktion

Die Idee, aus einem einschneidenden, sehr persönlichen Erlebnis einen Film zu machen, entsteht natürlich nicht über Nacht.
Es dauert lange, bis sich der tief sitzende Schrecken über diese schwere Zeit so weit gelegt hat, dass man darüber nachdenken kann, sich einem solchen Thema auf kreative Weise zu nähern ohne direkt wieder an seine emotionalen und physischen Grenzen zu stoßen.
Der Gedanke, die kreativen Möglichkeiten, die einem durch ein Film-Studium gegeben sind dafür zu nutzen, all das was man in einer derartigen Zeit nicht in Worte fassen konnte auszudrücken, liegt zwar nahe, es dauerte aber eine ganze Weile, bis man sich an das Thema heranwagt – auch um bei aller Emotionalität eine gewisse Objektivität und Distanz wahren zu können und den Stoff auch auf andere Betroffene übertragbarer zu machen.

Gerade weil keine Sprache zum Einsatz kommt, über die man Gefühle auch transportieren kann, war es enorm wichtig eine Schauspielerin zu finden, die es versteht, ihren Körper als Ausdrucksmittel einzusetzen.
Mit Nuriye Arslangolu haben wir recht schnell eine Darstellerin gefunden, die durch ihre Natürlichkeit und Authentizität überzeugen kann – gänzlich ohne Worte.

Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Drehorte.
Viele Filme befassen sich nur nebensächlich mit den Räumlichkeiten, in denen sie gerdreht werden und stellen die Figuren und den Inhalt ihrer Aussagen in den Vordergrund.
Farben, Formen und Strukturen sagen so viel über uns und unsere Mitmenschen aus, sie senden Signale in jedem Augenblick.
Wenn wir uns in unserer Umwelt bewegen, so nehmen wir jede Sekunde unzählige Reize auf und verarbeiten diese ganz selbstverständlich und ohne, dass wir aktiv darüber nachdenken würden, was sie uns erfahrungsgemäß zu sagen vermögen – es passiert einfach.
In einem Film ist dies nicht anders und wenn man es versteht, die Symbolik dieser Hilfsmittel einzusetzen, dann ist es möglich einen Charakter auch ohne viele Worte und Taten in ein bestimmtes Licht zu setzen.

Es ist das auf die Spitze getriebene Grundprinzip eines guten Films – “Show, don’t tell!”

Gerade weil “Durchhalten” (AT) ohne Sprache auskommen muss ist es wichtig, dass die Räumlichkeiten und Umgebungen in denen sich die Protagonistin bewegt nicht nur zufällig gefundene Örtlichkeiten sind, die gerade so dem entsprechen, was man üblicherweise von einer Wohnung, einem Haus, einem Schlafzimmer etc. versteht, sondern eng mit der Figur verknüpft sind und Aufschluss über ihr Befinden geben.

Bei einer Filmproduktion ist es immer wichtig ein Team um sich herum zu haben, dem man vertrauen und auf das man sich verlassen kann.
Schließlich geht es auch immer darum, dass man jemand anderem Verantwortung für etwas überträgt, was einem selbst persönlich sehr wichtig ist.
Bei einem derartig persönlichen Thema wie einer Krankheit kommt der Wichtigkeit von Vertrauen und Verlassen noch einmal eine ganz besondere Bedeutung zu.
Auch, weil es beim Stoff des Films durchaus passieren kann, dass man für einen Moment die “Fassung verliert”, eben nicht mehr nur der Filmemacher sondern plötzlich wieder “der Betroffene” ist – ein Team, das dich kennt, das vielleicht sogar zum Teil miterlebt hat, wie man sich durch diese schwere Zeit gekämpft hat, holt einen in solchen Momenten wieder behutsam und mit viel Verständnis dort ab, wo man die Grenze überschreitet und hilft einem, wieder einen Schritt zurück zu gehen und die Situation wieder aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Auf dieser Seite habt ihr die Möglichkeit, ein bisschen mehr über mein tolles Team zu erfahren – denn ein Film ist mehr, als das Produkt aus ein paar kreativen Ideen eines Drehbuchautors oder eines Regisseurs und dem Einsatz des Schausspielers, sondern immer und ausnahmslos auch das Ergebnis aus der Zusammenarbeit vom Kamermann, über den Produzenten, den Beleuchtern, über den Tonmann, der Maske, der Ausstattung, dem Catering bishin zum unersetzlichen Runner am Set.

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